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Geschichte MGFA  

Geschichte MGFA

Geschichte Villa Ingenheim  

Geschichte SOWI

Geschichte Villa Ingenheim  

Geschichte Villa Ingenheim

 

Zur Geschichte des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA)

Mit dem Aufstellungsbefehl für die „Militärgeschichtliche Forschungsstelle“ zum 1. Januar 1957 begann die Geschichte des MGFA. Die Forschungsstelle richtete sich 1957 in Langenau bei Ulm ein und Oberst i.G. Dr. Hans Meier-Welcker, bislang Leiter des Referats "Militärwissenschaft" im Bundesministerium für Verteidigung, übernahm in Personalunion ihre Leitung.

Bereits 1958 erfolgte die Umbenennung der Forschungsstelle in "Militärgeschichtliches Forschungsamt", deren erster Amtschef Oberst i.G. Dr. Hans Meier-Welcker wurde. Im gleichen Jahr erfolgte der Umzug des Amtes an den neuen Standort Freiburg im Breisgau. Die ersten Jahre und die Arbeiten des Amtes galten vor allem operativen und organisationsgeschichtlichen Studien sowie Untersuchungen zur inneren Struktur deutscher Streitkräfte bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges.

1966 erschien die erste Ausgabe der „Militärgeschichtlichen Mitteilungen (MGM)“, der bis heute als „Militärgeschichtliche Zeitschrift“ (MGZ) maßgeblichen wissenschaftlichen Zeitschrift für Militärgeschichte im deutschsprachigen Raum.

Mit der Berufung von Professor Dr. Andreas Hillgruber zum ersten Leitenden Historiker erhielt das MGFA 1968 eine „Doppelspitze“, die so bis 1994 bestand. Der Leitende Historiker als „Direktor und Professor“ im MGFA wurde vom Bundesminister der Verteidigung selbst ernannt und war diesem für die Forschungstätigkeit verantwortlich, während dem jeweiligen Amtschef in erster Linie die truppendienstliche und administrative Führung des Amts oblag.

1969 übernahm die Bundeswehr das Historische Museum Rastatt, das fortan als Wehrgeschichtliches Museum der Bundeswehr dem MGFA bis 1994 unterstellt war.

1970 folgte Dr. Manfred Messerschmidt den kurzzeitig tätigen Professoren Andreas Hillgruber und Rainer Wohlfeil als dritter Leitender Historiker des MGFA. Er übte diese Tätigkeit bis zu seiner Pensionierung 1988 aus und prägte die wissenschaftliche Arbeit des Amtes und seinen internationalen Ruf nachhaltig.

Seit 1975 und bis 2002 erschien die internationale Bibliographie "War and Society Newsletter" als Beilage zu den "Militärgeschichtlichen Mitteilungen".

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Harald Wust, ordnete 1976 die Aufstellung einer neuen Abteilung "Ausbildung, Information, Fachstudien" (Abteilung AIF) an, die sich künftig vermehrt um die Historische Bildung der Streitkräfte kümmerte und dazu in den ersten Jahren vor allem mit kriegs- und operationsgeschichtlichen Beispielen und Ausstellungen die Aufgaben des MGFA erweiterte.

In der Reihe "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg" erschien 1979 der erste Band mit dem Titel "Ursachen und Voraussetzungen der deutschen Kriegspolitik". Mit diesem Buch überschritt das Amt nicht nur die Zahl von 150 Publikationen. Vielmehr ist dieses Reihenwerk mit schließlich 10 Bänden und 14 Halbbänden sowie mehr als 15.000 Seiten historischer Grundlagenforschung ein international anerkanntes Standardwerk zum Zweiten Weltkrieg.

1984 eröffnete das MGFA zum 40. Jahrestag des Attentats auf Hitler durch Oberst i.G. Claus Graf Schenk von Stauffenberg seine bis heute aktive Wanderausstellung "Aufstand des Gewissens" im Deutschen Bundestag.

Seit 1987 erschienen die "Militärgeschichtlichen Beihefte" als Beilage der Europäischen Wehrkunde/Wehrwissenschaftlichen Rundschau. 1998 erhielten sie den griffigeren Titel „Militärgeschichte". Seit 1999 erscheint die Zeitschrift als „Militärgeschichte. Zeitschrift für die Historische Bildung“.

1989 wurde Professor Dr. Wilhelm Deist zum vierten Leitenden Historiker und Nachfolger von Professor Dr. Manfred Messerschmidt ernannt.

Im Zuge der Erlangung der deutschen Einheit wurde dem MGFA 1990 das ehemalige Militärgeschichtliche Institut (MGI) der DDR in Potsdam unterstellt, ebenso das ehemalige Armeemuseum der DDR in Dresden, das seitdem Militärhistorisches Museum der Bundeswehr heißt. Das ehemalige MGI wurde übergangsweise als Außenstelle Potsdam in das MGFA eingegliedert.

Im selben Jahr besuchte erstmals eine Delegation des MGFA das Militärgeschichtliche Institut der polnischen Streitkräfte in Warschau.

1992 kündigte der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Klaus Naumann, bei einem Besuch im MGFA dessen Verlegung nach Potsdam an, was Proteste aus der Politik und der Belegschaft des Amts zur Folge hatte.

1994 folgte Professor Dr. Hans-Erich Volkmann als Leiter der Abteilung Forschung Professor Dr. Wilhelm Deist. Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe führte das MGFA im selben Jahr in Potsdam ein. Als Dienstgebäude bezog das Amt die Liegenschaft „Villa Ingenheim“ an der Zeppelinstraße, in der zuvor das MGI und das Militärarchiv der DDR untergebracht waren.

1995 konnte die Bibliothek des MGFA der öffentlichen Nutzung in Potsdam zugänglich gemacht werden.

1996 errichteten der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Volker Rühe, und die Prorektorin der Universität Potsdam, Prof. Dr. Bärbel Kirsch, an der Universität in Potsdam den ersten Lehrstuhl für Militärgeschichte in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Erster Lehrstuhlinhaber wurde mit Prof. Dr. Bernhard R. Kroener ein langjähriger Mitarbeiter des MGFA.

1997 besuchte eine Delegation unter der Führung des Amtschefs, Kapitän zur See Dr. Werner Rahn, erstmals China.

1998 konnte die seit 1996 andauernde umfangreiche Renovierung der „Villa Ingenheim“ abgeschlossen werden.

2003 trat mit Professor Dr. Beatrice Heuser, zuletzt am King's College in London tätig, erstmals eine Frau an die Spitze der Abteilung Forschung.

2005 trug das MGFA der Einsatzrealität der Bundeswehr mit der Aufstellung des "Moduls Einsatzunterstützung" in der Abteilung AIF Rechnung, das fortan mit den „Wegweisern zur Geschichte“ für die Einsätze der Bundeswehr wichtige Grundlageninformationen bereitstellt. Ebenfalls in diesem Jahr wurde das Amt erstmals durch den Wissenschaftsrat evaluiert.

2007 beging das MGFA seinen 50. Geburtstag mit einem Festakt im Rahmen der 48. Internationalen Tagung für Militärgeschichte (ITMG). Festredner war Bundesminister der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung.

Seit dem Wintersemester 2007/2008 boten das MGFA, die Universität Potsdam und das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr (SOWI) den Studiengang "Military Studies. Militärgeschichte – Militärsoziologie" an. Dieser Studiengang wird seit 2013 in Kooperation mit der Universität Potsdam durch das neue Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr angeboten.

2010 begann das MGFA das Projekt "Einsatzarmee Bundeswehr" im Forschungsbereich III, Militärgeschichte der Bundesrepublik Deutschland im Bündnis.

Zum Jahreswechsel 2012/2013 wurde das MGFA mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr zum „Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ (ZMSBw) fusioniert. Dienstsitz des Zentrums ist die „Villa Ingenheim“. Mit der offiziellen Einnahme der Zielstruktur des ZMSBw wird das MGFA am 30. Juni 2014 außer Dienst gestellt.
 

Amtschefs seit Gründung des MGFA

1957-1964 Oberst i.G. Dr. Hans Meier-Welcker
1964-1969 Oberst i.G. Dr. Wolfgang von Groote
1969-1972 Oberst i.G. Herbert Schottelius
1972-1976 Kapitän zur See Dr. Friedrich Forstmeier
1976-1985 Oberst i.G. Dr. Othmar Hackl
1985-1995 Brigadegeneral Dr. Günther Roth
1995-1998 Kapitän zur See Dr. Werner Rahn
1998-2001 Oberst i.G. Friedhelm Klein M.A.
2001-2004 Kapitän zur See Dr. Jörg Duppler
2004-2010 Oberst Dr. Hans Ehlert
Seit 2010 Oberst Dr. Hans-Hubertus Mack

Leitende Historiker/Leiter Abteilung Forschung

1968 Prof. Dr. Andreas Hillgruber
1968-1970 Prof. Dr. Rainer Wohlfeil
1970-1988 Prof. Dr. Manfred Messerschmidt
1988-1994 Prof. Dr. Wilhelm Deist
1994-2003 Prof. Dr. Hans-Erich Volkmann
2003-2006 Prof. Dr. Beatrice Heuser
2006-2009 Dr. Bruno Thoß (kommissarischer Leiter Abteilung Forschung)
2009-2013 Prof. Dr. Michael Epkenhans


Literaturhinweis:

50 Jahre Militärgeschichtliches Forschungsamt. Eine Chronik. Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Bearbeitet von Martin Rink, Potsdam 2007.

 
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