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1822 - 1945  

1822 - 1945

 
1945 - 1990  

1945 - 1990

 
1990 - 2000  

1990 - 2000

 
   

Zur Geschichte der Villa Ingenheim,
Dienstsitz des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes

   

1304

 

Laut urkundlicher Erwähnung befinden sich auf der heutigen Liegenschaft "Villa Ingenheim" eine Ziegelei und eine Kalkbrennerei, die dem Rat der Stadt gehören.

   

1618
-1648

 

Während des Dreißigjährigen Krieges, der Potsdam zwei Drittel seiner Bevölkerung kostet, ruht der Ziegeleibetrieb.

   

1743

 

Eine Manöverskizze zeigt die Lage des Wohnhauses mit Stall und Garten vor "dem Horn" am Wasser, dahinter sechs Scheunen (zum Trocknen der Rohziegel).

   

1745

 

Verpachtung der Ziegelei an den Bürger George Isaak Leßling aus Werder.

   

1763

 

Verpachtung an den Bauinspektor Hildebrandt und später an dessen Ehefrau Anna Sophie.

   

1787

 

Verkauf des Erbpachtrechts durch Frau Hildebrandt und Tochter an den Lehnschulzen August Kaehne aus Petzow. Trotz der Verpachtung bleibt die Stadt Obereigentümerin der Ziegelei.

 

1822

 

Obermedizinalrat Friedrich August Walter aus Berlin erwirbt für 15.000 Taler das Erbpachtgut "Kalkscheune an der Kunststraße nach Brandenburg" von Kanonikus Friedrich August Kaehne. Der neue Besitzer macht aus der ehemaligen Ziegelei einen Herrensitz und erweitert dessen Park beträchtlich durch Landkäufe in Richtung Stadt.

  Außenaufnahme der Villa

1826

 

Tod des Obermedizinalrates Walter. Seine Tochter heiratet Baron Julius Karl Benno von Saldern. Das Paar bewohnt den Kernbau der heutigen Villa und erweitert den Park.

 

1849

 

Die Witwe Walter und ihre Tochter Frau von Saldern verkaufen das Besitztum für 18.000 Taler an den Wirklichen Geheimen Rat Gustav Adolf Wilhelm Graf von Ingenheim (1789-1855, Sohn Friedrich Wilhelms II. von Preußen und der Gräfin Voß). Nutzung der Liegenschaft durch die Familie bis 1862.

 

1862

 

Sohn Julius von Ingenheim erwirbt und nutzt mit seiner Familie Villa und Park und baut sie weiter aus.

   

1894

 

Das kaiserliche Haus Hohenzollern kauft die Villa Ingenheim als Wohnsitz für die Söhne des Prinzen Albrecht.

 

1900
-1903

 

Herzogin von Albany mit Sohn, Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha (1884-1954), nehmen samt Hofstaat und militärischer Begleitung Quartier in der Villa.

   

1906
-1907

 

An- und Erweiterungsbauten der Villa werden vorgenommen; Errichtung umfangreicher Stallgebäude und einer Wagenhalle zur Nutzung für den zweiten Sohn Kaiser Wilhelms II., Prinz Eitel Friedrich, und dessen Ehefrau Sophie Charlotte von Oldenburg.

   

1926

 

Nach dem Hohenzollernvergleich verbleibt die Villa im Besitz der ehemaligen Herrscherfamilie.

   

1942

 

Tod des Prinzen Eitel Friedrich.

   

1943
-1945

 

Die Villa dient früheren Bewohnern und Ausgebombten als Unterkunft

  Historische Innenaufnahme eines Raumes in der Villa

1945

 

Im April wird eine Wehrmachts- und Volkssturmeinheit zur Verteidigung der Stadt stationiert.

 

1945

 

Innerhalb von zwei Stunden müssen am 26. Mai alle Bewohner unter Zurücklassung ihrer persönlichen Habe das Gelände verlassen.

 

1945
-1953

 

Die Villa wird vom sowjetischen Innenministerium (NKWD) u. a. für Verhöre genutzt. Von Potsdam aus werden die Inhaftierten in Internierungslager verschleppt.

 

1946

 

Verstaatlichung der gesamten Liegenschaft.

 

1950

 

Mitteilung des Ministers des Innern der Landesregierung Brandenburg (2. Juni) an den Chef des Hauses Hohenzollern, Prinz Wilhelm von Preußen, über die erfolgte Enteignung gemäß Beschluß der Deutschen Wirtschaftskommission vom 21.9.1948.

 

1953
-1956

 

Quartier des Stabes der 1. mechanisierten Bereitschaft der Kasernierten Volkspolizei.

   

1956
-1958

 

Standort des Stabes der 1. motorisierten Schützen-Division der NVA.

   

1958
-1990

 

Sitz des Militärgeschichtlichen Instituts der DDR (MGI, zuvor: Institut für Deutsche Militärgeschichte bzw. Deutsches Institut für Militärgeschichte).

   

1990

 

Übernahme des MGI durch die Bundeswehr am 3. Oktober.

 

1993
-1994

 

Außenstelle Potsdam des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA), Freiburg i.Br.

  Historische Innenaufnahme eines Raumes in der Villa
 

1994

 

Einführung des MGFA am neuen Standort Potsdam mit Dienstsitz Villa Ingenheim.

 

1996
-1998

 

Rekonstruktion und Restaurierung der Villa.

 

1998

 

Beginn der Restaurierung des Beamtenwohnhauses und des Marstalls.

 

1999

 

Abschluß der Restaurierung des Marstalles.

 
         
 
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