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Impulsvorträge und Podiumsdiskussion am 31. Januar 2018 am ZMSBw:

Innere Führung - konkret für junge Soldatinnen und Soldaten.

Am 31. Januar fand in Anwesenheit von rund 200 Besuchern im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Innere Führung – konkret für junge Soldatinnen und Soldaten“ statt. Einleitend wies der Kommandeur des Zentrums, Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann, darauf hin, dass in der Bundeswehr vergleichsweise wenige Offiziere (35.646), dafür aber sehr viele Mann-schaften und Unteroffiziere (141.423) dienen (Strukturdaten der Bundeswehr für das Jahr 2015). Die Innere Führung soll für alle Soldatinnen und Soldaten gelten, denn sie zielt auf die Umsetzung der Werte und Normen des Grundgesetzes in die Militärorganisation. (vgl. A 2600/1 Ziff. 102) Die Erinnerung an diesen Grundgedanken der Inneren Führung ist durchaus nicht überflüssig, wie manche Vorfälle im letzten Jahr gezeigt haben. Die meisten der unter 25jährigen Soldatinnen und Soldaten dienen in der Dienstgradgruppe Mannschaften (53 Prozent), bei den Unteroffizieren stellen diese jungen Soldatinnen und Soldaten etwa ein Drittel.

Der Sprecher des Beirats für Fragen der Inneren Führung, Dr. Thomas Kossendey, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Dr. Hans-Peter Bartels, der Kommandeur des Zentrums Innere Führung, Generalmajor Reinhardt Zudrop und Frau Prof. Dr. Angelika Dörfler-Dierken stellten in Impulsvorträgen ihre Sicht auf Konzeption und Praxis der Inneren Füh-rung vor und diskutierten unter der Moderation des Journalisten und Bloggers („augen geradeaus“) Thomas Wiegold mit dem Publikum. Angereist zu dieser Abendveranstaltung am ZMSBw in Potsdam waren vor allem junge (und auch einige ältere) Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, teilweise von weit her: unter anderem aus Quakenbrück, aus Stetten am Kalten Markt, aus Plön und aus Rostock. Ihnen ging es darum, die in den letzten Monaten vielfach diskutierte Innere Führung besser zu verstehen und vor allem: zu verstehen, was es für sie als Uniformträger bringt, entsprechend der Grundsätze und Normen der Inneren Führung zu handeln und zu denken.

Herr Kossendey nahm die Innere Führung sowohl gegen „Weichspülkritik“ wie auch gegen „Schmierölkritik“ in Schutz und hob vor allem darauf ab, dass Innere Führung einerseits Verständigung über den „Sinn“ des militärischen Auftrags erlaubt und andererseits die Men-schenwürde der „Staatsbürger in Uniform“ schützt. Herr Bartels betonte, dass seit den militä-rischen Auseinandersetzungen in Osteuropa im Jahr 2014 die sicherheitspolitische Lage sich verändert habe. Das fordere auch Veränderungen im Denken der Soldatinnen und Soldaten: Sie müssten immer häufiger tatsächlich innere Führung im Wortsinne betreiben, also sich selbst führen und nötigenfalls selbst eine Entscheidung über ‚gut‘ und ‚böse‘ treffen. Frau Dörfler-Dierken stellte Ergebnisse empirisch-quantitativer Sozialforschung aus dem ZMSBw zu Bekanntheit und Wertschätzung der Inneren Führung bei den 17 bis 25jährigen und bei den älteren Soldatinnen und Soldaten vor. Sie konnte zeigen, dass viele jüngere Soldaten die Innere Führung nicht kennen – und dass diejenigen, die für sich selbst angeben, die Innere Führung persönlich wertzuschätzen, doch zugleich angeben, dass ihre Kameradinnen und Kameraden das weit weniger als sie selbst täten. Eine Erklärung für diese Dissonanz gebe es derzeit nicht.

General Zudrop betonte die Vielfalt der Lebenswege der Soldatinnen und Soldaten heute. Innere Führung soll seiner Darstellung nach in zweierlei Hinsicht wirken: in der Bildung und Ausbildung sowie in der Persönlichkeits- und Gewissensbildung. Jeder Vorgesetzte sei gefordert, sich darum zu kümmern, dass seine Untergebenen das vorhandene Trainingsangebot zu Themen der Inneren Führung annehmen. Mannschaften dienen beim Heer gegenwärtig im Durchschnitt für 10,5 Jahre.

Wer so lange in der Bundeswehr dient, hat in der Tat ein Anrecht darauf als „Staatsbürger in Uniform“ behandelt zu werden und den „Sinn“ seiner Aufgaben zu verstehen. Er muss, das bringt der Dienst mit sich, „Verantwortung für sich selbst und für andere übernehmen“ und braucht deshalb Anregungen zu seiner „Persönlichkeitsbildung“. Eine vom Zentrum für Mili-tärgeschichte und Sozialwissenschaften bereitgestellte und in der Bundeswehr verteilte Broschüre bietet für die Selbst- und Gruppenbildung viele Anregungen, welche die Grundgedanken dieser Veranstaltung aufnehmen und weitertreiben.



Flyer.pdf
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den
Pressesprecher Oberstleutnant Dr. Harald Potempa
(zmsbwpressestelle@bundeswehr.org), Telefon +49 331 9714-400.